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Hinreise und Bunkern

Dienstag 12.Mai bis Montag 18.Mai 2026

Flug von Zürich nach Hamburg mit dem Mietwagen nach Lauterbach Rügen

Mit Flug und Mietwagen nach Rügen

Muck bringt uns am Dienstag pünktlich zum Flughafen. Da es keinen Stau gibt, sind wir sehr früh dort und passieren auch den Check-in ohne Probleme. Unser Flug mit Baltic Air erscheint allerdings zunächst nicht auf der Anzeigetafel. Mit einer Stunde Verspätung landen wir schliesslich in Hamburg.

Mit dem Mietwagen – einem flotten Audi A6 – schleichen wir anschliessend durch Baustellen und dichten Feierabendverkehr in die Innenstadt zu Toplicht. Die bestellten 5 kg Kanalkarten und drei Feuerlöscher wandern dort in den Kofferraum.

1. Kofferraum voll

Durch den zähen Abendverkehr verlassen wir Hamburg Richtung Lübeck, wo wir im Citti den Kofferraum mit Wein und Lebensmitteln weiter auffüllen. Die Verspätung vom Morgen macht sich nun bemerkbar: Nach unserem Einkauf haben bereits alle Restaurants ab 20 Uhr geschlossen. Hungrig rasen wir deshalb mit Vollgas über die Autobahn Richtung Rügen.

Erst nachts gegen 22 Uhr bekommen wir auf einer fast leeren Autobahnraststätte eine Bockwurst und ein Sandwich – die erste Verpflegung seit dem frühen Morgen.

Kurz vor Mitternacht erreichen wir Lauterbach und sinken im vorbestellten Appartement müde in die Betten.

Odin schwimmt im Heimathafen

Endlich – nach dem Frühstück am Mittwoch gehen wir gespannt zum Hafen. Odin liegt bereit für neue Abenteuer. Die To-do-Liste ist noch lang: reinigen, räumen, verstauen, Kisten auspacken, Listen abhaken.

Alle Arbeiten wurden von der VILM-Werft hervorragend ausgeführt. Die neue Lackierung glänzt, auf dem Holzdeck wurden unzählige Zapfen ersetzt und die Nähte neu verfugt. Unsere WC-Anlage und die Pumpen sehen aus wie neu. Dass nach 500 Arbeitsstunden auch einmal etwas vergessen geht, kann passieren: Die Kuchenbude wurde leider noch nicht genäht, und die Hüllen für die Dachlatten fehlen ebenfalls noch.

Zusätzlich hat der Elektriker Odin mit einem 6er Paket Lithumbatterien nachgerüstet. Damit steht bedeutend mehr Leistung zur Verfügung und die Verbraucherbatterien werden geschont.

Rundfahrt nach Sassnitz und Stralsund

Wir geniessen die kleine Rügenrundfahrt vorbei an den leuchtenden Rapsfeldern. In Sassnitz können wir unsere leere Gasflasche eintauschen.Unser Paket mit acht Kilogramm Büchern und allerlei Zubehör wurde auf dem Zollamt in Dänholm zurückbehalten. Ein guter Tipp vom Zöllner:

„Geht doch über die Grenze in den EU-Raum und sendet das Paket von dort. Damit verhindert ihr den Bürokratismus.“Nach einer kurzen Kontrolle des Inhalts übergibt er uns das Paket ohne weitere Kosten.

Der grüne Hornhecht

m „Klabautermännchen“ gönnen wir uns das Tagesmenü: Hornhecht mit Bratkartoffeln und dazu ein Schwarzbier. Das Filetieren des Fisches erfordert viel Handarbeit. Der Hornhecht wird nur im Mai angeboten und besitzt die typisch giftgrünen Gräte.

Auf dem Rückweg zum Parkhaus entdecken wir einen kleinen Laden mit angeschlossener Segelmacherei. Nach den Feiertagen können wir dort unsere Kuchenbude zum Nähen abgeben.

Auffahrt, Ruhe im Hafen und Einrichten

Ein ruhiger Tag am Donnerstag im Hafen: einrichten, schrauben, putzen und alles an seinen Platz bringen. Am Abend essen wir bei Roma, einem feinen Restaurant mit türkischen Wurzeln. Die Auffahrt wird hier als Vatertag gefeiert, und der Feiertag wird bis Montag überbrückt. Die Werft bleibt deshalb bis dahin geschlossen.

2. Kofferraum voller Arbeit

Der volle Kofferraum wird am Freitag ausgeräumt und in die Kisten auf Odin verstaut. Danach folgt der Einkauf bei Netto und EDEKA – und anschliessend wieder alles ausräumen und verstauen.

Ein letztes Mittagessen mit Spargel und Roastbeef im Appartement, dann fahren wir nach Stralsund, um das Auto zurückzugeben. Durch endlose grüne Baumalleen erreichen wir die Ziegelgrabenbrücke und übergeben den Audi an Europcar.

Die Rückfahrt ab „Rügendamm“ gestaltet sich mühsam: Kein Busverkehr, weil keine Schule ist. Sekunden bevor der Zug nach Bergen einfährt, gelingt es uns noch, ein Ticket bis zur Mole Lauterbach für 33 Euro zu lösen. Die Fahrt nach Berlin hätte 68 Euro gekostet …

Einzug auf Odin mit Schrecken

Nach dem Frühstück am Samstag packen wir unsere sieben Sachen, räumen die Unterkunft und ziehen endgültig auf Odin um. Den Morgen verbringen wir mit Einrichten, Ordnung schaffen und Ankommen. In der kleinen Hafenbeiz bestellen wir rohe Matjes, Zander, Bratkartoffeln und ein schwarzes Störtebeker. Danach folgt ein wohlverdienter Mittagsschlaf.

Dann der erste Schreck: 25 Liter Wasser in der Bilge. Also wieder putzen und trocknen. Woher kommt das Wasser? Ist es salzig oder süss? Wir finden es nicht heraus.

Am Abend gibt es das erste Essen an Bord – Käse und ein Glas Wein. Anschliessend spielen wir Triomino; eine alte Gewohnheit lebt wieder auf.

Testfahrt beinahe i.O.

Die Bilge ist trocken am Sonntag, der Himmel blau, nachts nur 10 °C – also heizen wir. Am Morgen stehen Putzen, Büroarbeiten und Formulare auf dem Programm. Danach folgt der Probelauf der Motoren. Der Volvo Penta schnurrt ruhig vor sich hin, und auch das Bugstrahlruder hat zunächst Kontakt.

Beim Fischkutter „Berta“ verpflegen wir uns mit Fischbrötchen. Um 15 Uhr laufen wir zur Testfahrt aus. Das Bugstrahlruder stottert kurz und liefert mitten im Rückwärtsmanöver keine Leistung mehr – ansonsten läuft alles einwandfrei.

Auf der vier Seemeilen langen Teststrecke sind Temperatur, Öldruck und Motorenleistung i.O. Problematisch bleibt einzig das unzuverlässige Bugstrahlruder.

Malte Baumbach kommt vorbei und prüft den Hauptschalter. Die Tiefenentladung bis auf sechs Volt trennt den neu eingebauten Schalter, weshalb der Motor ausfällt. Detaillierte Abklärungen wird uns der Elektriker telefonisch mitteilen. Am Abend verwöhnt uns Vreni mit Halssteak, Pfeffersauce und Reis.

Letzte Arbeiten vor den Ferien

Heute am Montag Morgen liegen die vermissten Dachlatten mit neuer Polsterung an Deck. Um 8 Uhr folgt die Lagebesprechung mit Axel in der Werft, danach ein Brainstorming zu den letzten Holzarbeiten an Bord. Mit dem Werftbus fahren wir nach Stralsund zur Segelmacherin und geben unsere Kuchenbude zum Nachnähen der Reissverschlüsse ab.

Im Strelapark erledigen wir die letzten Einkäufe und holen auf dem Rückweg die frisch genähte Kuchenbude wieder ab.

Auf der Rückfahrt beginnt langsam das Feriengefühl: Mit einem Schweden- und Erdbeerbecher sitzen wir im Strandkorb an der Hafenkante von Lauterbach.

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