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Der Mittellandkanal

Montag 8. Juni bis Montag 22. Juni 2026

Spandau - Scharfe Lanke - Brandenburg - Plaue - Burg - Calvörde - Wolfsburg - Braunschweig - Hannover

Der Elektriker hat uns aus der Patsche geholfen

Mit Freude stellen wir am Montagmorgen fest, dass der Elektriker, Herr Baumbach, Wort gehalten hat. Alle Arbeiten wurden über das Wochenende perfekt erledigt. Die zusätzlich im Bug eingebaute Batterie hilft unserem Bugstrahlruder nun kräftig auf die Sprünge. So viel Kraft hatte dieses noch nie. Auch der Druckschalter unserer Wasserpumpe ist noch nie so gut eingestellt gewesen. Die Dieselanzeige zeigt nun den korrekten Tankinhalt an. Wow.

Die Tropfsteinhöhle

Leider hat sich die weise Prophezeiung der Vilm-Werft nicht erfüllt. Nach mehreren Tagen Regen hat sich das Holz nicht angepasst. An den bereits vom letzten Jahr bekannten Stellen und auch an neuen tritt bei Regenschauern Wasser ein – teilweise so stark, dass Matratzen und Schlafsäcke tropfnass werden. Wir versuchen deshalb, mit aufgestellten Schalen etwas Wasser aufzufangen.
Wurden die Arbeiten im Winter vergessen – oder liegt es an den schlecht schließenden neuen Fugen?

Die ersten Gäste

Kurz nach dem Mittag treffen unsere ersten Gäste ein. Muck und Mäse richten sich in der Heckkabine ihr „Zeltlager“ ein. Um die Regengüsse zu überstehen, wird Odin mit Zeltblachen geschützt. So können wir nach dem feinen Essen beim Italiener trocken schlafen.

Das Kastell von Spandau

Punkt elf Uhr am Dienstagmorgen meldet sich ein Bootsbauer, der vom Werftchef von Bootsbau Rügen beauftragt wurde. Er begutachtet die offenen Gummifugen. Wir sollen morgen zur Scharfen Lanke verlegen – heute sei es zu feucht, um die Dichtungen zu erneuern.
Nach einem Besuch des Marktplatzes essen wir beim Inder ein feines Curry. Beim Kastell besteigen wir den Turm und umrunden auf der Festungsmauer den Innenhof. Über den Park entlang des Kanals kehren wir nach einer rund 10 km langen Wanderung zurück zu Odin.

Die Schleuse von Spandau

Ohne Frühstück legen wir am Mittwoch um 08:00 Uhr ab. Die Flüssigkeit für den Skipper besteht aus heißem Neocitran – er ist stark erkältet und hat einen rasselnden Husten.
Nach Funkanfrage können wir innerhalb von fünf Minuten zusammen mit einem Werkstattkahn in die Schleuse von Spandau einlaufen und werden um 1,0 m abgesenkt

Neue Fugen

Am Vorabend haben wir in der Marina Lanke einen Längsplatz reserviert. Kurz nach neun treffen wir am zugewiesenen Platz 1242 ein.
Das Wendemanöver ist in der engen Gasse schwierig – vor und hinter Odin bleiben nur etwa 50 cm Platz. Dann endlich Frühstück: Eieromelett mit Rauchlachs. Kurz nach Mittag werden die Fugen am Heck und Bug von einem örtlichen Bootsbauer erneuert – ein kurzer Einsatz von etwa einer Stunde.

Die gebrochene WC-Pumpenglocke

In dieser Zeit zerlegen wir die WC-Pumpe und schmieren sie neu, da sie laut quietscht. Nach dem Zusammenbau funktioniert jedoch nichts mehr. Die Pumpe lässt sich nicht bewegen.
Bei einer erneuten Zerlegung zeigt sich, dass die Pumpenglocke vom Stößel abgebrochen ist. Guter Rat ist teuer. Ulf von der Werft wird empfohlen. Am nächsten Morgen um acht sollen wir vorbeikommen – er wolle Hartlot mitbringen, um die Bronzeglocke zu schweissen.

Ein neues WC muss her

Ulf meint am Donnerstagmorgen, das gehe leider nicht – er bekomme keine Verbindung zwischen Lot und Glocke. Was nun?
Beim Surfen im Internet finden wir ein passendes neues WC bei Bauhaus – das einzige im Umkreis von 50 km. Die Schachtel wird telefonisch reserviert. Mit dem Taxi fahren wir sofort hin und kaufen zusätzlich Schrauben, Briden usw. Jürgen holt uns für die Rückfahrt ab. Zurück auf Odin stellen wir beim Öffnen der Verpackung fest, dass die Schüssel gebrochen ist. Also zurück zum nächsten Bauhaus, wo wir uns das Ausstellungs-stück sichern. Nun besitzen wir zwei identische WC-Anlagen.
Nach einem verspäteten Mittagessen beim Griechen montieren Mäse und der Skipper die neue Anlage – sie passt. Schläuche und Schüssel sind dicht.

Bilanz der ganzen Übung

Das im Winter für 2’500 Euro sanierte Baby-Blake-WC wird für 30 Euro entsorgt. Das neue WC kostet knapp 250 Euro. Dazu kommt die fürstliche Hafengebühr von 150 Euro für zwei Tage.
Müde setzen wir uns nach diesen Irrfahrten auf das Achterdeck und beobachten die Abendregatta auf der Scharfen Lanke bis zum letzten Sonnenstrahl. Bei leichtem Regen und einem Regenbogen sitzen wir in der Kuchenbude. Es tröpfelt leise aufs Dach – pure Zeltromantik.

Durch Wälder und Seen

Vor der Weiterfahrt füllen wir den Tank von Odin mit synthetischem Diesel. Ohne Segel bleibt nur unser Volvo Penta als Antrieb – den müssen wir gelegentlich „füttern“. Durch Wälder und Seen tuckern wir Richtung Süden. Der Wind bläst uns mit 5 - 6 Beaufort entgegen. Nach kurzem Warten passieren wir die Stadtschleuse von Brandenburg und sinken um 1,20 m.

Es tropft immer noch

Im Stadthafen von Brandenburg finden wir einen guten Platz zwischen Dalben. Es ist ruhig, leise tröpfelt es auf das Dach. Bei späterem Regen halten die neuen Fugen nicht dicht – im Bug und Heck tropft es weiter in die Kabinen.Unsere „Smuthies“ lassen sich davon nicht stören und bereiten ein feines Nachtessen mit Steaks, Reis, Bohnen sowie Tomaten-Mozzarella-Salat zu.

Vreni hat es auch erwischt

Am Samstag hustet und schnupft Vreni, während bei Peter die Erkältung bereits abklingt. Auf dem Weg in die Innenstadt geht es zuerst in die Apotheke. Eine triste DDR-Stimmung herrscht auf der Einkaufsmeile, meint Mäse. Die Sonne zeigt sich kurz zwischen den Wolken. Die Pastellfarben der Hausfassaden leuchten sanft.
Vorbei am Brunnen von Fritze Bollmann, dem Barbier von Brandenburg, erreichen wir das Einkaufszentrum und füllen die Rucksäcke mit Proviant.

Fritze Bollmann (1852-1901) hatte von 1882 - 1896 in der Altstadt von Brandenburg ein Barbiergeschäft. Trotz harter Arbeit geriet er in wirtschaftliche Not und wurde zum Alkoholiker. Fritze Bollmann wurde deshalb oft von Kindern verspottet. Als er beim Angeln ins Wasser stürzte und davon auch noch erzählte, dichteten die Kinder ein Spottlied auf ihn.

Naturschutzgebiet?

Über die Niederhavel gleiten wir südwärts. Hausboot-Rowdys treiben ihr Unwesen und fahren Zickzack im Kanal. Teilweise haben wir nur 10 cm Wasser unter dem Kiel. Entlang alter Baumalleen und Seerosen erreichen wir den Plauer See. Eine steife Brise pfeift uns um die Ohren – stürmische Wellen begrüssen uns.

Die neue Brücke von Plaue

Im Segelclub Plaue werden wir herzlich begrüsst und erhalten einen freien Liegeplatz. ‚Lasst euch Zeit, Landet mal erst und kommt später zu mir ins Büro und holt den Schlüssel für das Tor ab‘ meint der Hafenmeister.
Am Abend wandern wir über die Fußgängerbrücke ins Dorfzentrum. Im Gegensatz zum Schloss, das in schlechtem Zustand ist, wurde die Stahlkonstruktion der Brücke restauriert. Im Steakhouse lassen wir uns verwöhnen und kehren erst bei Dunkelheit zu Odin zurück.

Zwei Schleusungen bis Burg

Wir fahren über den Elbe-Havel-Kanal. Grüne Ufer mit Bäumen und Büschen bilden ein wahres Paradies für Vögel.
Die Schleuse Wusterwitz hebt uns um 4,8 m an. In Genthin liegt direkt am Wasser ein Lidl mit eigener Anlegestelle – am Sonntag leider geschlossen. Die Schleuse Zerben bewältigen wir gemeinsam mit einem großen Lastkahn und liegen danach 5,0 m höher im Kanal. Die starke Strömung erfordert volle Aufmerksamkeit, um Odin ruhig zu halten.
Bei Burg legen wir an einem Wander-Rastplatz für Sportboote an – dort darf man bis zu drei Tage ohne Wasser und Strom liegen.

Schleuse Hohenwarthe

Mit 18,6 m Hub erwartet uns eine besondere Schleuse. Sie wurde als Sparschleuse konzipiert und verfügt über grosse Seitenbecken zur Wasserrückgewinnung. Zusammen mit einem Lastkahn werden wir sanft angehoben. Mit Hilfe von Schwimmpollern gelingt die Schleusung locker.

Kanalbrücke Magdeburg

Die Kanalbrücke ist mit 918 m die längste Kanalbrücke Europas. Sie führt den Mittellandkanal über die Elbe. Im Konvoi mit einem Lastkahn passieren wir das Bauwerk ohne Funkanmeldung.

Der Verkehr auf dem Kanal hat deutlich zugenommen, in den Industriehäfen wird intensiv umgeschlagen. Bei Calvörde legen wir an einem ruhigen Rastplatz an. Die Sonne kommt durch, und auf dem Treidelweg spielen wir eine Runde Boccia.

Spaghetti am Kanal

Der Wind ist eingeschlafen. Gegen Mittag unterbrechen wir die Fahrt am Mittellandkanal an einem idyllischen Rastplatz. Die Frauen kochen Spaghetti Gorgonzola, ein richtiger Gaumenschmaus.
Am späten Nachmittag laufen wir in den Hafen des MC Wolfsburg ein. Er ist sehr eng, wir manövrieren rückwärts aus dem Kanal in den letzten freien Platz. Trotz Voranmeldung hat der Hafenmeister nicht mit uns gerechnet. Wir liegen ruhig und geniessen die warmen Duschen.

Unsere Wege trennen sich

Vreni und Muck machen sich am Mittwochmorgen auf den Weg in die Innenstadt von Wolfsburg. Sie möchten die Einkaufsmeile in der Fuss-gängerzone erkunden.
Zur gleichen Zeit pilgern die Männer zur VW (Volkswagen)-Fabrik. Mit etwas Glück erwischen wir eine Werksführung. Die Besichtigung erfolgt zuerst mit dem Bus und anschliessend mit sogenannten Förderwagen (2 × 15 Personen).

Das Volkswagenwerk

Am Mittellandkanal zwischen Hannover und Magdeburg liegt das Herz der Marke Volkswagen. Die bebaute Hallenfläche des Werks beträgt rund 1.6 Quadratkilometer. Das Strassennetz im Werk ist 75 Kilometer lang, das Schienennetz 60 Kilometer. Die VW-Produktion begann 1938. Auf 6,5 Millionen Quadratmetern werden in der grössten Automobilfabrik der Welt rund 490’000 Fahrzeuge pro Jahr produziert. Alle 15 Sekunden verlässt ein Neuwagen das Werk. Etwa 70’000 Beschäftigte bauen mit Hilfe von Robotern verschiedene Modelle. Gefertigt werden unter anderem Golf, Golf Variant, Touran und Tiguan. Faszinierend ist, wie die einzelnen Blechteile von Maschinen zusammengesetzt werden. Dennoch ist beim Ausbau der Fahrzeughüllen noch viel Handarbeit nötig.

Wolfsburg soll sich in den kommenden zehn Jahren zu einem Mehr-Plattformen-Werk entwickeln, mit den Plattformen MQB (Verbrenner), MEB (Elektro) und SSP (autonomes Fahren).

Autostadt

Nach der einstündigen Rundfahrt betreten wir die Autostadt. Sie ist Auslieferungszentrum für Neuwagen, Museum und Freizeitpark der Volks-wagen AG. Die Gebäude und das 28 Hektar grosse Freigelände präsentieren zeitgenössische Architektur und Landschaftsarchitektur. 

Im Restaurant der VW-Ausstellung geniessen wir eine besondere „Spezialität“: eine riesige Currywurst mit scharfer Tomatensauce welche eine eigene Ersatzteilnummer hat.

Neben den Markenpavillons von Porsche, Audi und Škoda gibt es auch ein Designmuseum, in dem die besten Schöpfungen der Automobilbranche ausgestellt sind. Citroën DS, Renault 5, Bugatti, Ducati und Jaguar E-Type sind ebenfalls zu sehen.

Wir treffen wieder zusammen

Nach einem rund 6 km langen Rundgang wechseln wir das Ufer des Mittellandkanals und treffen in der Einkaufsmeile unsere Frauen. Endlich sitzen wir im Schatten und geniessen ein kühles Bier. Vollgepackt mit Proviant kehren wir zu Odin zurück.
Beim Griechen lassen wir uns verwöhnen. Es gibt reichlich Ouzo, eine kalte Platte mit griechischen Köstlichkeiten als Vorspeise sowie Gyros, Schnitzel, Pommes und Salate. Die Portionen sind allerdings so gross, dass wir nicht alles schaffen. Die Reste lassen wir einpacken – so haben wir für den nächsten Tag eine vollwertige Mahlzeit.

Der verflixte Trockner

Das Wetter ist warm. Vreni nutzt die Gelegenheit und startet eine Waschmaschine. Leider reagiert der Trockner beim Einschalten nicht. Auch der spät – nach 21:00 Uhr – herbeigerufene Hafenmeister kann nicht helfen.
Über das Dach, den Motorbootmast und die Reling wird die Wäsche mit Leinen zum Trocknen aufgehängt. Doch sie wird ohne Vorwarnung ein zweites Mal gewaschen – eine kleine Regenfront erledigt das zuverlässig.

Die Schleusung bei Sülfeld

Am frühen Morgen regnet es auf die beinahe trockene Wäsche. Das war im Wetterbericht nicht vorgesehen. Da jedoch ein 30-Grad-Tag folgt, ist bis 09:00 Uhr alles wieder trocken.
Nach kurzer Fahrt rufen uns zwei Spaziergänger vom Ufer zu: „Gute Fahrt!“. Kurz darauf liegt die Mazur von Matz und Hansruedi am Liegeplatz – sie haben uns bei der Durchfahrt gesehen.
Die Schleuse Sülfeld können wir vom Sportboot-Liegeplatz aus per Gegensprechanlage anfordern. Eine halbe Stunde später werden wir zur Einfahrt aufgerufen. Hinter einem 90 Meter langen Lastkahn hängen wir Odin an den Schwimmpoller und werden um 9 Meter angehoben. Eine sogenannte Sparschleuse mit seitlichen Speicherbecken.

Der ertrunkene Rehbock

Bald erreichen wir unser Tagesziel nördlich von Braunschweig. Am Wanderrastplatz am Waldrand legen wir an der Spundwand an. Für Aufregung sorgt ein ertrunkener Rehbock im Wasser direkt neben uns.
Über den Notruf der Polizei versuchen wir, die Wasserschutzpolizei Braunschweig zu erreichen – ohne Erfolg, die Nummern im Internet sind ungültig. Bei 33 °C im Salon steigt die Hitze schnell an. Eine kühle Dusche auf dem Achterdeck bringt Erleichterung.

Braunschweig ist eine Reise wert

Kurz nach neun am Freitag fahren wir ins Stadtzentrum von Braunschweig. Für den Mittag sind 35 °C angekündigt. Nach einer kurzen Fahrt im klimatisierten Bus steigen wir in eine etwas ruckelige Tram zum Schloss um. Der Marktplatz zeigt sich von seiner schönsten Seite: alte Fachwerkhäuser und prachtvolle Rathäuser prägen das Bild.

Der Braunschweiger Dom wirkt schlicht und fast nüchtern im Vergleich zu den repräsentativen Gebäuden der Stadt. Im Innern ist es angenehm kühl. Durch verwinkelte Gassen geht es weiter zum Altstadtmarkt.

Überraschend prachtvoll ist die Martinikirche eingerichtet. Am Kohlmarkt finden wir ein schattiges Plätzchen mit etwas Wind. Dort geniessen wir Spargel mit Lachs oder Schnitzel vor der Rückfahrt.

In einem Eisenwarenladen entdecken wir zufällig die vermissten Schrauben für die Endmontage des neuen WCs. Tram und Bus bringen uns zurück zu Odin.

Im Kanalgraben erwartet uns unerträgliche Hitze. Ein Sprung ins Wasser sorgt für etwas Abkühlung. Bis spät in den Abend bleibt es feucht und heiss. Geheimnisvoll beobachten wir Glühwürmchen im nahen Wald, die ihr sanftes Licht zeigen.

Die Anterten-Schleuse

25 Meilen und eine Schleusung am Samstagmorgen – bei 32 °C im Schatten.
Auf dem Weg nach Hannover überholen wir einen dreifachen Lastenkahn mit 118 Metern Länge. Danach ist freie Fahrt bis zur Schleuse Anderten. Nach kurzem Warten gibt der Schleusenwart die Einfahrt frei – hinter zwei grossen Lastkähnen.
Bei brütender Hitze werden wir um 14 Meter abgesenkt. Für Mäse bedeutet das viel Arbeit: Alle zwei Meter muss er die Leine von der Mittelklampe auf einen neuen Poller umlegen. Schwimmpoller gibt es hier nicht mehr.

Hannover ist erreicht

Nach dem Anruf im Yachthafen Hannover erwartet uns der Hafenmeister an der Tankstelle. Ganz nach dem Motto „Man muss, wenn man kann“ füllen wir unseren Tank mit synthetischem Diesel.

Ein Bier als Dreingabe

Im Restaurant „Das Ding“ lassen wir uns mit Salat, Rumpsteak und Schweinesteak verwöhnen. Ein Eis zum Abschluss sorgt für etwas Abkühlung von innen.
Mäse und der Skipper fahren mit einem Voi-Roller zurück zum Hafen, während die Frauen sich zu Fuss durch die Abendhitze kämpfen.
Im Heimathafen angekommen, bietet uns ein älterer Herr zwei grosse Biere zur Erfrischung an. Es stellt sich heraus, dass er Besitzer des Hafens, des Restaurants, aller Freizeitschiffe und eines grossen Motorschiffs ist.

Blitz und Donner

Am frühen Morgen regnet es heftig mit Blitz und Donner. Fast alles ist dicht, nur in der Bugkabine Steuerbord und beim Fenster in der Heckkabine tropft es. Der Himmel scheint zu weinen, weil wir uns von Mäse und Muck verabschieden müssen. Nach dem Frühstück machen sie sich trocken auf den Weg zum Bus und Zug nach Berlin, zurück zu ihrem Wohnmobil.

Parkdienst

Den ganzen Tag sind wir mit Waschen beschäftigt. Ohne Trockner wird das Bettzeug auf dem Deck mit Leinen aufgehängt. Wieder ein Tag mit 30 °C, unter Deck sogar 33 °C.
Am Abend kommt ein leichter Wind auf. Alles ist trocken, und wir können das Fenster im Heck demontieren und für neue Fugen vorbereiten.
Bis spät sitzen wir achtern und geniessen die sinkenden Temperaturen. Vreni taucht zwischendurch im kühlen Hafenbecken ab.

Retablieren und Bunkern

Am Montagmorgen geht es weiter mit Aufräumen und Instandstellen. Mehrere Säcke Wäsche werden in die Toplader-Maschine gefüllt – dafür brauchen wir all unsere 1-Euro-Münzen. Im Büro müssen die monatlichen Zahlungen erledigt und die Finanzbuchhaltung nachgeführt werden.
Trotz 30 °C im Schatten legen wir uns zur Siesta in die Bugkabine. Nach einer Erfrischung fahren wir mit Voi-Elektrorollern einkaufen. In der Apotheke und bei Aldi werden zwei Rucksäcke bis oben gefüllt.

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